Jahresmitgliederversammlung 2015

Am 24. März 2015 veranstaltet der Weilimdorfer Heimatkreis seine Jahresmitgliederversammlung und lädt Sie herzlich dazu ein. Beginn ist um 19.00 Uhr im Raum 1 des Alten Pfarrhauses in der Ditzinger Straße 7.

Die Tagesordnung sieht neben den formalen Dingen Neuwahlen für folgende Ämter vor: Vorsitzender (m/w), stellv. Vorsitzender (m/w), Schatzmeister (m/w), Schriftführer (m/w), Beisitzer (m/w), Kassenprüfer (m/w).

Frau Erika Porten wird sich hier nicht erneut zur Wahl der Vorsitzenden stellen und sich damit von ihrem Amt verabschieden.

Neue Ausstellung in der Heimatstube: „Zwischen Front und Heimat – Weil im Dorf im 1. Weltkrieg

Blick in die Ausstellung "Zwischen Front und Heimat"

Blick in die Ausstellung „Zwischen Front und Heimat“

Am 28. Juli 1914 begann in Europa mit der Kriegserklärung von Österreich-Ungarn gegenüber Serbien der 1. Weltkrieg. Es folgte der wohl sinnloseste Krieg der Menschheitsgeschichte, der erst am 11. November 1918 mit dem Waffenstillstand von Compiègne endete. Der Beginn des 1. Weltkrieges jährt sich heuer zum 100sten Mal, der Weilimdorfer Heimatkreis hat diesem Krieg nun eine Ausstellung gewidmet, denn auch Weilimdorf war durch die Folgen des Krieges stark betroffen.

Blick in die Ausstellung "Zwischen Front und Heimat"

Blick in die Ausstellung „Zwischen Front und Heimat“: eine Pfeife mit Pickelhaube

Von den rund 3.000 WeilimdorferInnen, die 1914 in „Weil im Dorf“ wohnten, starben 121 junge Mänger in einem sinnlosen Krieg an der West- wie Ostfront. Das Mahnmahl für die Gefallenen steht noch heute an der Oswaldkirche. In der Inschrift sind viele Familiennamen aus Weilimdorf zu lesen, die es noch heute gibt, sei es als Familie – oder Straßennamen.

Nach 100 Jahren gibt es immer noch Notizen, Briefe und Dokumente, die viele Einzelschicksale erfahren lassen, insbesondere Elend, Leid und Verzweiflung.

Blick in die Ausstellung "Zwischen Front und Heimat"

Blick in die Ausstellung „Zwischen Front und Heimat“

Der Weilimdorfer Heimatkreis öffnet nun vom 10. Mai 2014 bis 31. Januar 2015 seine Heimatstube für historische Zeitdokumente, die Weilimdorfer Familien zur Verfügung gestellt haben. Drei Männer aus Weilimdorf führten damals sehr ausführliche Dokumentationen der Kriegsgeschehnisse, die nun in der Ausstellung auch zu sehen sind: von Jakob Mauser, Gottlob Staiger und Fritz Hornberger.

„Wir waren erstaunt, wieviele Angebote an Material und Dokumenten wir nach dem Suchaufruf aus Weilimdorf erhielten!“, erzählt Erika Porten vom Heimatkreis. Bis in diese Woche hinein gab es Anrufe, deren Angebote an Material sie aber mittlerweile ablehnen muss, die Ausstellung ist umfangreich und dokumentiert das Leben hier vor Ort und an den Fronten durch die Berichte der drei Soldaten.

Blick in die Ausstellung "Zwischen Front und Heimat"

Blick in die Ausstellung „Zwischen Front und Heimat“

Insbesondere das umfangreiche Tagebuch von Jakob Mauser bot viele Einblicke in die Zeit vor 100 Jahren. Erika Porten und der Historiker Reinhard Müller brauchen mehr als 40 Stunden für die Übersetzung der Texte ins heutige Deutsch, da die altdeutsche Schrift für die Menschen von heute kaum zu lesen ist. „Diese Einblicke in die Gedankenwelt der Menschen von damals zeigte mir auf, dass es wohl der sinnloseste Krieg war den es je gab. Man bekommt einfach nur das Grauen“, so Erika Porten nachdenklich. Auch sie selbst erinnert sich an ihre mittlerweile verstorbene Mutter, die bei ihrem 80. Geburtstag sagte: „Der zweite Weltkrieg war schlimm, da ich meinen Mann verlor. Aber der 1. Weltkrieg war schlimmer mit dem ständigen Hunger!“. Und so sind in der Heimatstube auch alte Bücher von vor 100 Jahren zu sehen wie „Kriegskochbuch“ oder „Die sparsame Löfflerin“ mit Rezepten wie man aus „nichts“ noch etwas zu essen „zaubern“ kann.

Blick in die Ausstellung "Zwischen Front und Heimat"

Blick in die Ausstellung „Zwischen Front und Heimat“

Eine Folge des 1. Weltkrieges für Weilimdorf war übrigens auch die Durlehau-Siedlung, sie entstand nach dem Krieg für die „Kriegsversehrten“, die seelisch und körperlich verkrüppelten Soldaten und ihre Familien. Und aus der Oswaldkirche wurden zwei der drei Glocken abgeholt und zu Kanonen wie Munition eingeschmolzen und umgearbeitet.

Parallel zur Ausstellung in der Heimatstube erscheint auch das neue Heimatblatt Nr. 36 „Zwischen Front und Heimat“, das gegen eine Schutzgebühr von 1 Euro an den bekannten Auslagestellen erstanden werden kann. Die Ausstellung in der Heimatstube wird am 9. Mai 2014 um 19.30 Uhr im Alten Rathaus in der Ditzinger Str. 7 durch Erika Porten eröffnet.

Erika Porten vom Heimatkreis mit einer Pfeife von vor 100 Jahren, die eine spielerische "Pickelhaube" hat

Erika Porten vom Heimatkreis mit einer Pfeife von vor 100 Jahren, die eine spielerische „Pickelhaube“ hat

Fotos (Hans-Martin Goede): Blicke in die Ausstellung „Zwischen Front und Heimat“; Erika Porten vom Heimatkreis mit einer Pfeife von vor 100 Jahren, die eine spielerische „Pickelhaube“ hat;

Gruppenfoto mit Alfred Höritzer (Gestaltung der Ausstellung), Cornelia Kittlick (Pressesprecherin des Heimatkreis), Erika Porten und Reinhard Müller (begleitender Historiker).

 

Alfred Höritzer (Gestaltung der Ausstellung), Cornelia Kittlick (Pressesprecherin des Heimatkreis), Erika Porten und Reinhard Müller (begleitender Historiker)

Alfred Höritzer (Gestaltung der Ausstellung), Cornelia Kittlick (Pressesprecherin des Heimatkreis), Erika Porten und Reinhard Müller (begleitender Historiker)

Der Weilimdorfer Osterbrunnen 2014

Weilimdorfer Osterbrunnen 2014

Weilimdorfer Osterbrunnen 2014

Wir wissen alle, dass ein Mensch lang Zeit ohne feste Nahrung auskommen kann, aber nicht ohne Wasser. Ohne Wasser gibt es kein Leben und erst das Wasser machte die Erde fruchtbar. Über viele Jahrtausende hinweg wurden an Quellen Heiligtümer und Tempel gebaut worden, weil das Wasser für die Menschen der Vor- und Frühzeit heilend wirkte und weil es den Körper, aber auch die Seele reinigte. Diese Vorstellung finden wir z.B. auch in der christlichen Taufe und heilen hilft das Wasser noch heute, wenn man allein an die vielen Thermalquellen unseres Landes denkt.

Für die Kelten, die vor 2500 Jahren hier lebten, war das Wasser ein Geschenk der unterirdischen Mächte des Erdinneren. Überall an ihren Wohnorten fand man in Quellen und Brunnen Votivgaben als Zeichen der Verehrung. Diese Verehrung und der Dank für sauberes Wasser finden wir noch heute bei vielen Völkern. In Oberfranken begann man um 1900 nach der Reinigung der Brunnenstuben im Frühjahr die Brunnen als Dank für sauberes Wasser mit Grün und Ostereiern zu schmücken. Das Grün steht mit den Zweigen von Buchsbaum, Eibe, Wacholder und Weide als Symbol für Leben, Tod und Heilung, die Ostereier für Fruchtbarkeit und Erneuerung.

Bis zum Anschluss an die Strohgäu-Wasserleitung 1907 haben die Bürger von Weilimdorf ihr Trinkwasser ausschließlich aus 26 Brunnen gedeckt, die sich auf Gemeinde- aber auch privatem Gelände befanden. Gemeinschaftlich trugen sie Sorge für das Reinigen der Brunnenstuben, damit das Wasser nicht durch Bakterien und Vibrionen verunreinigt wurde.

In einer Zeit, in der das Wasser auch bei uns immer kostbarer wird, nimmt der Weilimdorfer Heimatkreis die oberfränkische Tradition auf um damit auf die drängenden Fragen der Zukunft des Wassers hinzuweisen. 2011 hat Frau Birgit Breuel mit ihrer Osterbrunnen-Initative für den Weilimdorfer Heimatkreis eine volkskundliche Tradition geschaffen. In diesem Jahr wurde der Hörnleshas-Brunnen nun gemeinsam von Heimatkreis und der Narrenzunft „Hörnleshasen“ geschmückt.

Vielen Dank für die Unterstützung!

Vielen Dank für die Unterstützung!

Wir danken der Narrenzunft für die tatkräftige Hilfe der Damen Pallas und Haug und den Heimatkreislern Frau Böpple, Herrn Dr. Grötzinger und Frau Munkelt sowie Fred Höritzer, der als Bindeglied zwischen beiden Vereinen die Zusammenarbeit begründet hat. Bis einschließlich dem „Weißen Sonntag“ am 27. April 2014 präsentiert sich nun der Brunnen geschmückt und soll zum Nachdenken über den Umgang mit Wasser anregen.

 

Neues vom Heimatkreis zum Jahresbeginn!

Logo des Weilimdorfer Heimatkreis e.V.

Logo des Weilimdorfer Heimatkreis e.V.

Am Samstag, dem 11. Januar 2014, führt Erika Porten in der Heimatstube, Ditzinger Straße 7 um 15.30 Uhr durch die Ausstellung “ Brett vorm Kopf? – Volkspoesie auf Holz -“ . Dauer ca. 45 min, Teilnahme kostenlos.

Weiter wendet sich der Heimatkreis an alle geschichtsinteressierten Einwohner von Weilimdorf und bitten um ihre Mithilfe: Der Heimatkreis sucht Angehörige der Lore Ruisinger, die als Kleinkind in der Dachtlerstraße 5 wohnte und im Alter von drei Jahren ein Opfer der Kindereuthanasie des NS-Regimes wurde. Zu ihrem Andenken soll ein Stolperstein verlegt werden.

Für den Sommer 2014 plant die Heimatstube eine Ausstellung zum 1. Weltkrieg und sucht dazu noch Ehrenzeichen, Briefe, Dokumente und Fotos sowie sonstige Andenken aus dieser Zeit. Dazu bitten wir um Nachricht unter der Tel.-Nr. 83 42 43.

Die Druckschrift von Frau Hella Pflantz “ Das Leben in einem württembergischen Dorf nach den Kirchenkonventsprotokollen von 1776 bis 1804″ wird samstags von 15 – 17 Uhr in der Heimatstube verkauft. In ihr wird die politische und soziale Situation der Weilimdorfer Bewohner dieser Zeit dargestellt. Zusätzlich liegt das Buch jetzt auch im Bürgerservice des Bezirksrathauses zum Verkauf auf und kostet 12.- €.

Neues Buch aus Weilimdorf: Aus dem Leben des 18. Jahrhunderts geplaudert

Titelcover des neuen Buches vom Weilimdorfer Heimatkreis

Titelcover des neuen Buches vom Weilimdorfer Heimatkreis

Der Weilimdorfer Heimatkreis e.V. konnte in diesem Jahr wieder etwas besonderes in Weilimdorf aus dem Schlaf der Geschichte erwecken: Erika Porten lernte Anfang des Jahres zufällig Hella Pflantz kennen, über viele Jahre hinweg Lehrerin an der Wolfbusch- und Engelbergschule. Die heute 86jährige schrieb 1953 ihre „Jahresarbeit“ zu den Weilimdorfer „Kirchenkonventionsprotokollen von 1776 bis 1804“.

Diese „Jahresarbeit“ war damals notwendig, um die Zulassung zur zweiten Dienstprüfung zu erhalten, um als LehrerIn arbeiten zu können. „Ich hatte die Arbeit damals in der engen Feuerbacher Wohnung geschrieben – wer sie mir aber auf der Schreibmaschine geschrieben hat, weiss ich heute nicht mehr.“, erinnert sich Hella Pflantz bei der Buchpräsentation zusammen mit Erika Porten in der Weilimdorfer Heimatstube an diesem sonnig-kalten Wintertag im November.

Hella Pflantz (rechts) zusammen mit Erika Porten (links) bei der Buchpräsentation in der Heimatstube

Hella Pflantz (rechts) zusammen mit Erika Porten (links) bei der Buchpräsentation in der Heimatstube

„Ich erhielt immerhin die Benotung GUT für diese Arbeit!“, schmunzelte Pflantz. Auf das Thema „Das Leben in einem württembergischen Dorf am Ende des 18. Jahrhunderts. Nach den Kirchenkonventionsprotokollen von 1776 bis 1804“ wurde sie durch den Volkskundler Helmut Dölker aufmerksam gemacht. Sie forschte daher im Gemeindehaus in der Ludmannstraße nach Unterlagen, konnte die Kirchenkonventionsprotokolle „auf guten Glauben“ ohne Unterschrift mitnehmen und für Ihre Arbeit nutzen. Diese bestand darin, die handschriftlichen Texte aus dem Altdeutsch in das neue Deutsch zu bringen, Zusammenhänge herzustellen und mit neuen Formulierungen miteinander zu verbinden.

Kirchenkonventionsprotokolle waren in der Zeit des 18. Jahrhunderts die „Tagebücher“ einer jeden Gemeinde. Pfarrer, Schultheiß und wichtige Personen des Ortes trafen sich regelmäßig, um wichtige Dinge zu besprechen, Beratungen durchzuführen, Straftäter zu ermitteln und Urteile zu fällen sowie kleine Strafen zu verhängen. All dies wurde protokolliert. Es ist ein Blick in die sozialen Strukturen des alten „Weil im Dorf“: berichtet wird von Liebschaften, Geschäften, Handel – und auch von Selbstmorden. So ist zu lesen: „Im April 1774 hatte sich der Casus tragicus ereignet, daß die 22jährige Christiane Magdalena Schönwalters – übrigens des Hanß Jörg Schönwalters Tochter – sich in den ¼ Stunde entfernt gelegenen Tachensee gestürzt und elendiglich ersäuft hat.“ Ebenso erfährt man, dass 1791 die Schulbibliothek eingerichtet wurde – die aber zunächst nur aus 3 Büchern bestand. Tragendes Element der Kirchenkonventionsprotokolle war auch die „Lichtkärz“ in Weil im Dorf. Diese wird durch den Heimatkreis auch heute wieder angeboten und erfreut sich bei Jung und Alt großer Beliebtheit.

Das Buch erscheint in einer Erstauflage von 500 Exemplaren und wird erstmals auf dem Weilimdorfer Weihnachtsmarkt am 30. November und 1. Dezember 2013 zum Subscriptionspreis von 9,50 Euro angeboten. Anschließend ist das Buch über den Heimatkreis erhältlich, alle Infos gibt es auch unter www.weilimdorfer-heimatkreis.de.

Hella Pflantz kann sich nun nach Erscheinen des Buches auch vorstellen, wieder „aktiv“ in den Schuldienst zu gehen und als Projektarbeit mit den Kindern sich über das Leben in Weilimdorf vor über 200 Jahren zu unterhalten. Immerhin hat sich in jungen Jahren mehr Kinder unterrichtet als heutzutage vorstellbar: „78 Schüler hatte ich gleichzeitig im Physikunterrricht vor mir!“, erinnerte sich die Lehrerin – es war eine vierte Klasse.

Brett vorm Kopf? Ausstellung zu „Volkspoesie auf Holz“

Blick in die Ausstellung "Volkspoesie auf Holz"

Blick in die Ausstellung „Volkspoesie auf Holz“

Brett vorm Kopf? Auf Holz klopfen? Volkspoesie auf Holz? Der Heimatkreis bohrt in seiner neuen Ausstellung in der Heimatstube nicht nur Löcher in die Wände, um die Aufhängungen für ganz besondere Bretter montieren zu können – es wird auch altdeutsch gedichtet.

Erika Porten wurde auf die „sprechenden Bretter“ beim Besuch einer Bekannten aufmerksam – es waren bunt bemalte Holzbretter als Wohnzimmerdekoration, wie man sie aus den Stuben der Großeltern vielleicht noch kennt. Sie hingen über Sofas, an Küchenwänden, über Türen… Neugierig über die „Haussprüche“ machte Erika Porten sich auf die Suche nach einem Sammler – der ausgerechnet auch noch in Weilimdorf wohnt und mehr als 500 Exemplare besitzt: Dr. Carl Maier steuert nun 68 ausgesuchte Exemplare für die Sonderausstellung in der Heimatstube bei – sozusagen eine Weltpremiere, denn er hatte bereits mehrfach versucht, Ausstellungen anzuregen. Auch das Landesmuseum konnte nur bestätigen: derartiges wurde noch nie ausgestellt.

Erika Porten in der Ausstellung "Volkspoesie auf Holz"

Erika Porten in der Ausstellung „Volkspoesie auf Holz“

„Haussprüche gab es schon im Altertum“, so Erika Porten – sie wurde bei einem Besuch in Pompeji am Fuße des Vesuv in Italien auf römische Verse über den Türen der Häuser erstmals aufmerksam. Auch in Deutschland verbreiteten sich die Haussprüche im Laufe der Jahrhunderte – jeder kennt sie an Fachwerkhäusern als Ritzungen in den Balken. „Im Laufe des 15. Jahrhunderts hielten die Sprüche Einzug in die Wohnstuben“, erzählt Erika Porten. Besonders „hipp“ waren sie etwa zwischen 1880 und 1930, damals verlangte der „Zeitgeist“ die Anbringung der Bretter in jedem Haushalt. Heutzutage verbindet man sie eher wieder mit Fachwerk und Mittelalter – nicht jedoch mit dem 19. und 20. Jahrhundert, als sie ihre Blütezeit erlebten.

Blick in die Ausstellung "Volkspoesie auf Holz"

Blick in die Ausstellung „Volkspoesie auf Holz“

Am Freitag, 29. November 2013, um 19.30 Uhr beginnt nun die feierliche Ausstellungseröffnung in der Heimatstube in der Ditzinger Straße 7. Die Ausstellung kann anschließend vom 30. November 2013 bis zum 08. März 2014 immer samstags von 15 – 17 Uhr und nach telefonischer Anmeldung unter: Tel.-Nr. 0711/ 83 42 43 besucht werden.

Heimatkreis mit neuer Webseite

Die Startseite der neuen Webseite des Weilimdorfer Heimatkreises

Die Startseite der neuen Webseite des Weilimdorfer Heimatkreises

Im April 2006 wurde die erste Webseite des Weilimdorfer Heimatkreises programmiert und online gestellt. Seither wuchs die Seite um unendliche viel Informationen, Rückblicke, Heimatblätter und Fotos. Der Vorstand fasste daher im Herbst 2012 den Entschluss, die Webseite einem kompletten Relaunch zu unterziehen, da die verwendete Programmiertechnik zwischenzeitlich veraltet war.

Die neue Webseite ging am 01. März 2013 nun an den Start, erweitert um viele großformatige Bilder aus dem historischen wie aktuellen Weilimdorf, auch werden nach und nach nun die alten Heimatblätter als PDF zum Download bereit gestellt, die gedruckt nicht mehr verfügbar sind.

Weilimdorf hat auch dieses Jahr wieder einen Osterbrunnen

Auf die Zukunft des Wassers hinweisen
(aus: In und um Weilimdorf Nr. 14/2012, 05. April 2012)

Der Osterbrunnen wird seit 2011 geschmückt

Der Osterbrunnen wird seit 2011 geschmückt

Der Weilimdorfer Heimatkreis hat in diesem Jahr zum zweiten Mal in Folge den Hörnleshasenbrunnen in einen Osterbrunnen verwandelt. Die fleißigen Helfer beim Schmücken des Brunnens kamen in diesem Jahr aus dem Kindergarten der evangelischen Oswald-Kirchengemeinde in der Ludmannstraße.
Es ist hinlänglich bekannt, dass ein Mensch lange Zeit ohne feste Nahrung auskommen kann, aber nicht ohne Wasser. Ohne Wasser gibt es kein Leben und erst das Wasser machte die Erde fruchtbar. Über viele Jahrtausende hinweg sind an Quellen Heiligtümer und Tempel gebaut worden, weil die Menschen der Vorund Frühzeit glaubten, dass Wasser eine heilende Wirkung habe und zudem den Körper, aber auch die Seele reinige. Diese Vorstellung finden wir zum Beispiel auch in der christlichen Taufe wieder und heilen hilft das Wasser noch heute, wenn man allein an die vielen Thermalquellen in der Region denkt.
Für die Kelten, die vor 2500 Jahren hier lebten, war das Wasser ein Geschenk der unterirdischen Mächte des Erdinneren. Überall an ihren Wohnorten fand man in Quellen und Brunnen Votivgaben als Zeichen der Verehrung. „Diese Verehrung und den Dank für sauberes Wasser finden wir auch noch heute bei vielen Völkern“, erklärt Erika Porten, Vorsitzende des Weilimdorfer Heimatkreises.
In Oberfranken begann man um 1900 nach der Reinigung der Brunnenstuben im Frühjahr die Brunnen als Dank für sauberes Wasser mit Grün und Ostereiern zu schmücken. Das Grün steht mit den Zweigen von Buchsbaum, Eibe, Wacholder und Weide als Symbol für Leben, Tod und Heilung, die Ostereier für Fruchtbarkeit und Erneuerung.
Bis zum Anschluss an die Strohgäu-Wasserleitung 1907 haben die Bürger von Weilimdorf ihr Trinkwasser ausschließlich aus 26 Brunnen gedeckt, die sich auf Gemeinde- aber auch privatem Gelände befanden. Gemeinschaftlich trugen sie Sorge für das Reinigen der Brunnenstuben, damit das Wasser nicht durch Bakterien und Vibrionen verunreinigt wurde.
In einer Zeit, in der das Wasser auch bei uns immer kostbarer wird, nimmt der Weilimdorfer Heimatkreis die oberfränkische Tradition auf, um damit auf die drängenden Fragen der Zukunft des Wassers hinzuweisen. Zum zweiten Mal hat nun Bärbel Breuel gemeinsam mit Karin Raith-Bjelovic dem Hörnleshasenbrunnen ein grünes Kleid gegeben und mit roten und gelben Eiern und Bändern in den Wappenfarben von Weilimdorf geschmückt. Dazu hatte der Weilimdorfer Heimatkreis diesmal die Kinder des Kindergartens Ludmannstraße der Oswald-Kirchengemeinde eingeladen, die ihre selbst gebastelten Eier in die Girlanden einfügten.
Die Eier sind mit funkelten Steinen besetzt, was in der Frühlingssonne wie kostbarer Schmuck ausschaut. Das Lied vom Osterhasen Stupps und eine Geschichte vom Hörnleshasen waren Inhalt der kleinen feierlichen Eröffnung des Osterbrunnens, die mit dem Lied von der Sehnsucht nach dem Frühling „ Komm, lieber Mai“ von Wolfgang Amadeus Mozart endete.
Der Weilimdorfer Heimatkreis hofft mit dieser Veranstaltung eine fortdauernde Tradition geschaffen zu haben. Bis zum 14. April wird der Brunnen so zu betrachten sein und zum Nachdenken über den Umgang mit dem Wasser anregen.

Ex-Solitude-Schüler erhalten Landespreis

Aus „Nord-Rundschau“, vom 16. November 2011 (lem)

Annika Grässle und Dennis Dressel, erhalten den Jugendförderpreis des Landes für Heimatforschung

Annika Grässle und Dennis Dressel, erhalten den Jugendförderpreis des Landes für Heimatforschung

Die beiden ehemaligen Schüler des Solitude-Gymnasiums, Annika Grässle und Dennis Dressel, erhalten den Jugendförderpreis des Landes für Heimatforschung. Der mit 1300 Euro dotierte Preis wird ihnen am Donnerstag, 24. November, in Bühl/Baden verliehen. Grässle und Dressel werden für ihre Arbeit „100 Jahre Gewerbegebiet Weilimdorf – Eine Erfolgsgeschichte?“ ausgezeichnet. Die beiden hatten das Thema anlässlich eines Seminarkurses der 12. Klasse untersucht. Die Ergebnisse wurden zusammen mit den Seminararbeiten ihrer Mitschüler vor zwei Jahren im Bezirksamt ausgestellt. Außerdem füllen sie das jüngste Heimatblatt, das der Weilimdorfer Heimatkreis herausgibt.

„Die Arbeit war recht aufwändig, weil es zu dem Thema keine Sekundärliteratur gibt“, sagt Dennis Dressel. „Wir waren deshalb viel im Archiv und haben uns mit Ämtern unterhalten.“ Ein Jahr lang habe die Freizeit mächtig darunter gelitten. Der Preis sei eine schöne Belohnung. Dennis Dressel studiert inzwischen in Freiburg Mathematik und Französisch auf Lehramt. Von seinem Anteil des Preisgeldes möchte der 19-Jährige ins Ausland reisen. Annika Grässle lebt mittlerweile in Ingolstadt und studiert dort Betriebswirtschaftslehre. Was sie mit dem Preisgeld machen wird, weiß sie noch nicht. „Vielleicht mache ich damit einen Wochenendtrip in irgendeine Stadt“, sagt die 21-Jährige.

Der Landespreis für Heimatforschung wird seit 1981 jährlich vergeben, um beispielhafte Leistungen von ehrenamtlich tätigen Heimatforschern zu würdigen und ihnen öffentliche Anerkennung zuteil werden zu lassen. Seit 2003 wird der Preis im Rahmen der Heimattage Baden-Württemberg verliehen. Er wird vom baden-württembergischen Landesministerium für Kultus, Jugend und Sport und vom Landesausschuss für Heimatpflege Baden-Württemberg gestiftet.

Erika Porten wird 70

Erika Porten

Erika Porten

Aus „Nord-Rundschau“, vom 4. November 2011 (lem)

Die Vorsitzende des Weilimdorfer Heimatkreises, Erika Porten, feiert heute ihren 70. Geburtstag. Die gebürtige Hessin kam vor mehr als 38 Jahren mit ihrem Mann nach Stuttgart. Den Anstoß für den Umzug ins Schwabenland hatten Freunde gegeben, die hier lebten. „Wir haben das Wagnis auf uns genommen und es nie bereut“, sagt die Jubilarin. „Wir haben hier eine echte Heimat gefunden.“ 1986 trat die gelernte medizinisch-technische Assistentin dem Heimatkreis bei. Zur Vorsitzenden wurde sie 2001 gewählt. Für historische Themen hat sich Porten immer schon interessiert – sie hätte gerne Vor- und Frühgeschichte oder Kunstgeschichte studiert. Dazu kam es nie, aber als Hobby hat sie sich stets damit auseinander gesetzt. Als Vorsitzende des Heimatkreises sei daraus nun ein Vollzeitjob geworden, meint die 70-Jährige und lacht. „Ich würde gerne ein bisschen Arbeit abgeben. Wir könnten ein paar Leute brauchen, die im Verein mitarbeiten.“ Ihren Festtag feiert Porten zusammen mit ihrer Tochter, ihrem Sohn und ihrem Enkel am Samstag mit einem großen Fest. Und am Geburtstag selbst? „Da gibt es einen Tag der offenen Tür – wer möchte, kann vorbeischauen.“ Einen Wunsch hat die Jubilarin auch: „Ich wünsche mir, dass die Instandsetzung von altem Rathaus und altem Schulhaus in Erfüllung geht und die Heimatstube dort ein neues, größeres Zuhause findet.“